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Über das Maihof-Quartier

Maihof-Rotsee

Das Wohnquartier der Stadt Luzern mit dem schönsten , weltbekannten Naherholungsgebiet: dem "Göttersee" (Rotsee - Perle des Maihofs).


Der Name "Meyhof" taucht im Kaufprotokoll 7 der Jahre 1776-96 unter "Hof und Gut Meyhof im Bruchtal" auf, und in der Anmerkung heisst es: "1779 ist dieses Haus von Junker Jost Cassian Meyer von Schauensee an sich gezogen worden". Auf der "Topographischen Karte der Stadtgemeinde Luzern" von 1864 steht der Name "Maihof", während der westlich angrenzende Hof Klein Bruchtal als "Bruchthal" bezeichnet wird.
Vielleicht hätte das Quartier den Namen "Bruchthal" erhalten, wenn nicht Jkr. Meyer von Schauensee den "Bruch Thal Hof" 1779 gekauft hätte!

Luftaufnahme Quartier Maihof Rotsee

Flugaufnahme Rigi, Maihofquartier und Rotsee (© Photo Rolf Bühler, Postfach 2454, 6002 Luzern)

Die heutige Grenze des Quartiers verläuft vom Rotsee der Stadtgrenze entlang zum Wesemlinwäldchen und von dort über den Hünenbergring - Hünenbergstrasse - Schlossberg - Friedentalstrasse zum Urnerhof. Dann folgt sie der Sedelstrasse und Riedstrasse zum Friedental und kehrt längs dem Reuss-Rotsee-Kanal zum Rotsee zurück.

Baugeschichtliche Entwicklung des Maihofquartiers

Im Laufe des 19. Jahrhunderts begann man die Umgebung von Luzern langsam als Siedlungsraum zu nutzen, was unter anderem auch zur Schleifung der Stadtmauern führte. Die ersten neuen Quartiere lagen im Untergrund und im ebenen Süden der Stadt. Höher gelegene Gebiete konnten schon wegen der Wasserversorgung noch nicht erschlossen werden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet der Zürichstrasse bis hinauf zum Schlossberg intensiv überbaut und damit reichte das Stadtgebiet bis an die Grenzen des heutigen Maihofquartiers.

Eine Überbauung des Maihofgebietes wäre bereits im 19. Jahrhundert möglich geworden. Als man nämlich in der Ebene des Hintersteinbruches den Bahnhof der Zürich Luzern-Bahn plante, hätte das eine grössere Bautätigkeit auslösen können, hätte, aber hat nicht. Obwohl schon mehrfach widerlegt, macht das Gerücht im Quartier noch immer die Runde, es seien im Zusammenhang mit dem geplanten Bahnhofneubau bereits Hotels errichtet worden oder das Haus Maihofstrasse 7 sei identisch mit dem ehemaligen Bahnhof. Es muss hier einmal mehr festgehalten werden, dass das Bahnhofprojekt zwar schon in Ausführung begriffen war, 1862 aber abgeblasen wurde und heute kaum mehr Spuren auf die ehemaligen Ereignisse hindeuten. Auch der Prunkbau Maihofstrasse 64/66/68 steht in keinem Zusammenhang mit dem Bahnhofprojekt im Rank.

Entschuldigend für die immer wieder falsche Meinung können natürlich die äussere fast pompös wirkende Erscheinung wie die grosszügig gestalteten Innenräume angeführt werden. Der Bauherr und der Architekt wollten mit diesen Bauten "bessere" Mieter ins Maihof locken, welche sonst nur in der inneren Stadt gleichwertige Wohnungen finden konnten. Wirklich attraktiv als Wohngebiet wurde die Maihofgegend aber erst, als sie mit dem übrigen Stadtgebiet direkt verbunden wurde. Als man 1898 den Bau eines städtischen Tramnetzes projektierte, wurde von Anfang an auch die Linie durch die Zürich- und Maihofstrasse gebaut. Am 8. Dezember 1899 fand die feierliche Eröffnung statt. Die Endstation der Maihoflinie lag etwa auf der Höhe der Druckerei Maihof.

Der Rotsee: Perle des Maihofs, Naherholungsgebiet der Stadt, Fischerparadies & Mekka der Ruderer

Es ist fast unglaublich was sich mit dem Rotsee alles in Verbindung bringen lässt. In früheren Jahren im Winter Eislieferant für die Luzerner Brauereien, schöne Spazierwege, ein seit über sechshundert Jahren existierender Fährbetrieb, beeindruckende Vielfältigkeit von Fischarten. Seine Ufer, Rieder und Moore beherbergen eine Vielfalt interessanter und teilweise seltener Tiere und Pflanzen, die unter den heutigen Verhältnissen unbedingt des Schutzes bedürfen. Die Gegend stellt ein landschaftliches und naturkundliches Kleinod in Stadtnähe dar.

Am 30.Juli 1933 erlebte der Rotsee seine Feuertaufe als Regattastrecke. An der EM im Jahre 1947 nahmen 15 Nationen teil. Sie bedeutete den zweiten Höhepunkt für das Regattabecken Rotsee und festigte seinen Ruf als absolut faire Regattabahn in allen Rudernationen Europas. Die Ruderer wussten, wer auf dem Rotsee gewinnt, der ist der Beste unter den Anwesenden, egal ob er auf Bahn 1 oder auf Bahn 8 startet, die Verhältnisse sind dieselben. Die 1. Ruder-WM 1962 wurde der dritte Höhepunkt für das Regattabecken Rotsee. Die Fairness des ruhigen Rotseewassers begeisterte die Ruderer und die Trainer gleichermassen. Aus diesen Tagen stammt die Bezeichnung "Göttersee" vom Delegierten des japanischen Ruderverbandes.

Der Quartierverein Maihof

Um die Verhältnisse am Rotsee muss es im Sommer 1929 noch recht schlimm bestellt gewesen sein. Als sich im Garten des Restaurant Maihof J. Renggli, J. Andres und M. Vögeli besprachen, da galt ihre Sorge den unhaltbaren Verhältnissen am Rotsee. Die drei Männer kamen zum Beschluss, es sei eine "Gesellschaft Pro Rotsee" zu gründen. Am 30. Nov. 1929 wurde die Gründung der Gesellschaft einhellig beschlossen und der Zweck der Vereinigung in den Statuten wie folgt beschrieben: Erhaltung des Rotsees, dessen natürliche Ufer, Verbesserung der Weganlagen, pachtweise Übernahme der Fischerei, Belebung der Fauna des Rotsees, Pflege der Wasservögel und der Flora, u.s.w. Diesen Maximen fühlt sich der heutige Präsident Thomas Wüest mit seinem Vorstand verbunden.

Rotseepflegemannschaft beim ZnüniMannschaft Rotseepflege

Jedes Jahr werden von der Rotseekommission und Ihren Helfern unzählige Mannstunden für die Hege und Pflege des Rotsees aufgewendet.

Seepartie mit FährihausRotseefähre auf der Überfahrt

Seepartie mit FährihausRotseefähri auf Fahrt über den See

Seit zehn Jahren ist die Rotseefähri im Besitz des Q.V. Maihof. Damals konnte der Quartierverein, dank dem Verhandlungsgeschick des Präsidenten Oskar Scherer diese vom Kanton käuflich erwerben. Sie wird vom Quartierverein bewirtschaftet und unterhalten. Das Verhältnis zur Kantons- und der Stadtverwaltung Luzern ist stets positiv.

Gute Nachbarschaft: Gemeinderat EbikonFähre beim Ablegen

Gute Nachbarschaft Gemeinderat EbikonFähri beim Ablegen

Begehung am RotseeSeerosenfeld

Begehung am RotseeSeerosenfeld

Das Quartier Maihof hat durch seine geografische Lage am Rotsee den Vorteil, dass seit Jahrzehnten fast alle Veranstaltungen am See abgehalten werden:
Es beginnt am Palmsonntag mit der Eröffnung der Rotseefähri, gefolgt vom 1. Mai mit der Fischereieröffnung, im Juni und Juli trifft sich die Ruderwelt, am 1. August findet die Bundesfeier auf der Rotseewiese statt, dann die Weihnachtsfeier im Stampfeliwald und in den Jahren wenn der See gefroren ist (im Januar, Februar) vergnügen sich Jung und Alt der Stadt Luzern auf der Eisfläche.
Die Bundesfeier fand in den letzten 2 Jahren nicht statt und wurde durch den "Quartierzmorge" ersetzt, der ebenfalls am Rotsee vor dem Ruderzentrum stattfindet.

Der Rotsee gibt unserem Quartierverein Maihof eine ganz besondere Note und wir Maihöfler sind darauf sehr stolz.

Logo Quartierverein MaihofDie Redaktion
A. A. M. Scherer
Der Präsident
Oskar Scherer